vom abhandenräumen

Oktober 28, 2012

in die falle geraten. sich wegschreiben wollen, um zu sich zu kommen. und da ist keiner. weder vor noch nach der flucht. niemand flüchtet während der flucht. stell dir vor, alle laufen weg und keiner geht hin.

welche vergangenheit kann weg? und auf welche weise? während ich mein zimmer ausmiste und die große lust verspüre, alles wegzuschmeißen, was da ist: die bücher, die akribisch gesammelten zeitschriften, die rechner, die instrumente, alles, einfach alles,

ist da die angst: warum?

ist da die lust: egal, weg damit. ich will mich runterfahren, zur null machen, zur niete, zum nichts und mich schrittweise aufwerten dann mit einer neuen vergangenheit, mit einer neuen erwartung, einem neuen daswillich. wie der friseurbesuch, der legendäre, der ansteht, weil man endlich ein anderer sein möchte, so soll dieses zimmer nichts mehr von mir sein. hier war ich sowieso nie drin. dort wo ich bin, hause ich, überall sind keine wurzeln. nirgends auch nur eine.

weg damit. die ersten zeitschriften sind in der tonne, die bücher kommen auf die straße, die instrumente werd ich auch noch los.

wenn das später schmerzt? nein. was man lange zeit nicht nutzt, soll weg. sagen ratgeber:nur, wohin mit mir? in welche tonne? auf welche straße?

quatsch und wieder nicht. vielleicht will ich mich einfach bewegen können? vielleicht aber auch aufgeben?

vielleicht denke ich: mit denken macht man sich keine freunde? fragen sind parasiten, wenn ich gesellschaft will, muss ich aufhören damit. soll deshalb alles weg? wäre das die richtige entscheidung? ja. nicht der öffnung wegen. man gewöhnt sich daran, ewiger spielverderber zu sein. das ist nicht (mehr) schlimm.ist es das? ich weiß es nicht.

ist mein zimmer nur ein mahnmal verspielter chancen? verspielt, aus der angst, nicht in der richtigen leidenschaft zu sein? oder immer auch mit der frage: wie weit noch gehen, wenn jeder schritt einem entfernen gleicht und niemals einem sich nähern. nicht einem entfernen von sich, aber einem entfernen von dem ingesellschaftsein. nicht einem direkten entfernen davon, sondern einem entfernen von der hoffnung, dass es eines tages doch noch gelingt. warum sollte ich mich für mich einsetzen, wenn es eine entscheidung gegen mich ist? all das schwingt mit. mag überheblich, unterheblich, resigniert und sonstwie klingen. es ist vor allem eins: angst.

 

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