entzugstimmung

Oktober 13, 2012

warum ich mich seit ein paar tagen so komisch verhalte?

ich habe mich auf kalten entzug gesetzt. das hochdosierte kopfpillenzeug einfach auf null gestellt. mir ist seit tagen schwindlig, so ein pulsschlagschwindel, der mich sogar schon zu fall brachte. harmlos, aber nervend. die wahrnehmung verschiebt sich nur für einen bruchteil einer sekunde. wie ein sanfter stromschlag fühlt es sich an. bruchteilschwindel, gepaart mit bruchteilganzkörperkribbeln. die synaptischen spaltereien scheinen dazu den ganzen tag über wie leergefegt. naja, da kommen die glücksmomente einfach nicht nur nicht vor, sondern die stimmung hält sich zudem in einem unentwegten minusfeld auf. begleitung: schweißausbrüche, herzrasen, albträume, albträume. aber immerhin hält der schlaf zwei stunden durch. dieses gefühl, jetzt übern berg zu sein, wird immer wieder enttäuscht. heute kommen dann endlich auch tolle grippeartige schüttelfrostsymptome hinzu.

nur, für einen sanften entzug bleibt keine zeit. und das medikament hab ich jetzt lang genug genommen. es machte einen merkwürdigen menschen aus mir, innen. lieber heute als morgen weg damit. es bleiben ja noch genug andere probleme zu lösen. und für jedes einzelne ist es längst zu spät. und ist es nicht so, dass alle autarkie von dir verlangen, dich aber für jeden einzelnen schritt belächeln? wenn es nicht so wäre, würde ich die entscheidungen, die längst in den startlöchern stehen, längst rausgelassen haben.

glaubt mir, hinter jeder absurd wirkenden bemerkung auf twitter und co steckt ein konkretes problem, das nicht geäußert werden kann, weil mir eh nichts übrigbleibt, als alles allein bewältigen zu müssen. hab halt nicht gelernt, probleme mit anderen zu teilen. das macht man nicht. ich bewundere die menschen, die freunde anrufen können, um ihnen zu sagen: ich habe dieses konkrete problem. kannst du mir helfen?

wer weiß, wer garantiert, dass man sich dann nicht noch mehr abwendet, so wie man es aufgrund der absurden äußerungen tut. und zwar zurecht?

und ja, ich brauche eine aufgabe. eine sinnvolle. eine, bei der man für andere da sein kann. was soll das für ein leben sein, dass nur mir selbst nützt. menschen, die so leben können, akzeptier ich zwar vollkommen, sie bleiben mir aber ein rätsel. dieses gefühl, ein unmensch zu sein, besteht hauptsächlich in dem gefühl, nicht gebraucht zu werden. und mir fällt nichts ein, was ich lernen könnte oder tun muss, damit ich brauchbar werde. und natürlich weiß ich, dass ein nein mir in fleisch&blut übergehen muss. dass dieses bedürfnis, brauchbar sein zu wollen, nicht in ausnutzbarkeit übergeht. gerade jetzt möchte ich so gern einmal, im selbstsorgesinn egoistisch sein wollen: amour de soi. selbstsorge fehlt mir vollkommen. und darauf basieren auch alle anderen übel. das weiß ich.

letztlich finde ich das hier gerade albern. aber egal.

Advertisements

3 Antworten to “entzugstimmung”

  1. memoax said

    Sei vorsichtig damit! Hast du keinen Arzt, der dich dabei begleitet?

    Ansonsten versuchs mit Sport, wenn du dich irgendwie aufraffen kannst. Nicht entspannt mehr Geist und Körper als ein langer Lauf durch einen Herbstpark.

    Auch gut: Gartenarbeit oder überhaupt körperliche Arbeit, die auspowert. Da kommt auch gleich ein hübsches Nützlichkeitsgefühl auf.
    Vielleicht mal bei gemeinnützigen Organisationen fragen, ob die jemanden zum Kistenschleppen, Rollstuhlschieben brauchen. Es gibt z.B. auch Mobilitätshilfen, wo man alte oder behinderte Menschen bei täglichen Aufgaben unterstützt.

  2. snoopylife said

    Was soll man denn dazu sagen??? Heftig. Zum Thema „Brauchen“: Dein Blog ist für mich einer der interessantesten hier auf WP und deine Facebook-Einträge möchte ich auch nicht mehr missen. Leute wie dich braucht die Welt, damit Leute wie ich was zu lesen haben 🙂
    Gruß von Snoopy

  3. Angelika Kernich said

    Die Pinnwandeinträge auf kurweilige, nett zu lesende Freizeitbschäftigung zu reduzieren, geht gefährlich am Kern vorbei. Ich sehe eigentlich auch hinter jeder Bemerkung von dir, Sebastian, ein Problem. Meistens gut getarnt und versteckt, aber zu entdecken, wenn mann dich als dahinter stehende Person ernst nimmt. Insofern sehe ich es als Herausschreien und Hilferuf. Da du es , wie du gesagt hast, nicht gelernt hast , mit anderen darüber zu reden, suchst du dir anonymere Foren wie Facebook oder Twitter aus. Da kann man sich so herrlich hinter sich selbst verstecken!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: