noch ist nichts…

Oktober 1, 2012

manchmal verliere ich mich

dann übersinnt mich meine empathie

ich tauche ein in mein gegenüber. spüre nuancen auf. feinste bewegungen, die mir die stimmung verraten. die begegnung wird bald grenzenlos. ohne es verhindern zu können, verschmelze ich mit dem gegenüber. mein körper wird zu einer ausweitung seines körpers.

dann habe ich mich verloren

ich merke es nicht. alles ist stimmig. wie in einem rausch. so herrlich verwoben in filigranen mustern. brandneu und doch verhersehbar. da ist eine orientierungshoffnung. plötzlich hat alles einen sinn. eine folgerichtigkeit. kein oder.

habe mich verloren

unbemerkt

das ist angeboren vielleicht ist das angeboren sicher es war ein gewinn habe mich verloren mich zu behalten musste aufspüren wie der vater tickte auspüren welche reaktion das überleben sicherte sofern es ging war es ein gewinn mit einem zu verschmelzen der dir kein guter war ihn vorherzusehen in seinen schwankungen gevergever bot nichts war sicher so blieb mir das eintauchen das wahrscheinlichste zu erspüren und mein verhalten anzupassen da habe ich mich gewonnen womöglich viel öfter gewonnen als womöglich vielleicht spielen wir ja nein ja ja nein nein nein nein ja ja ja ja nein nein nein ja nein ja ja nein nein jaja nein neinnein ja neinneinjaneinjajajaneinjaneinjaneinneineinjajajajajajajaneinneinjajadasweißtdudochjajaimmerjaja jawarumhastdudasvergessenjajajaneinneinnieniemals

habe verloren

um zu gewinnen

klingt dämlich klingt
plötzlich! ein schlag! die außerkörperliche erfahrung wird brachial beendet! die narkose erhält ihr gegengift! FORTE! FORTE! ich werde aus den bewegungen des anderen geworfen, abgeschüttelt wie ein ekelhaftes, furchteinflößendes etwas, es könnte eine spinne sein, ich weiß es nicht, es ging so schnell – ich bilde mir ein, es wäre eine spinne gewesen. spinnen ekeln mich am meisten, das entspricht dem schreckhaften wegschleudern sehr genau. ich täte es wohl so. ich täte es so, also muss es eine spinne gewesen sein. ein schlag! ein handrücken! ein gewaltiger schrei! so fühlt es mein körper. als sei ein filmhaus explodiert, so wird man weggeschleudert. ohne stunterfahrung. weggeschleudert mit einem sanften: das geht so nicht. du bist mir zu nah. ich brauche meinen freiraum. ich sag schon, wenn ich hilfe brauche. bitte überrenn mich nicht. ich fänd es viel schöner, würdest du dich mehr wertschätzen. keine verlängerung sein. sondern ein gegenüber. ein wirkliches, echtes gegenüber. dann wäre alle geholfen. wir könnten aneinander wachsen. uns aneinander reiben. das wäre schön. kein hund sollst du sein. ein mensch. auf augenhöhe. zeig mir deine grenzen. achte meine grenzen. ich werd schon sagen, wenn was ist. glaub mir.

glaub mir.

dann ist das dieser schlag. er zeigt, dass ich lebe, weil er schmerzt. ich lebe. es schmerzt. wo bin ich die ganze zeit gewesen. ich mag nicht zu mir kommen. da ist nichts. ich komme zu mir und sehe. nichts. das ist der schlag, den ich mir selbst immer wieder verpasse. glaub mir. nichts. nichts ist zu sehen. wo bin ich? wo?

…verloren

 

 

 

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Eine Antwort to “noch ist nichts…”

  1. Iris said

    Ein wunderbarer Text.

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