auskunft

Juli 19, 2012

während der autor am rande seiner finanziellen möglichkeiten angekommen ist und sich fragt, wie die nächsten wochen überlebt werden können. während depressionen und starke soziale ängste ihm derzeit den zugang zu arbeit, studium, vergnügen versperren. während er hochdosierte pillenrationen vertilgt, um überhaupt über den tag zu kommen. während er gern arbeiten möchte. während er nicht an sich glaubt. während all dessen

schreibt er diesen text. ist er zu leistungen fähig. sein denken ist zwar beeinflusst und geschwächt, aber es ist nicht symptom. der autor liebt das denken auch ohne all die zweifel. seine neugierde ist groß, aber es ist nicht symptom. er mag dünnhäutig sein und sich als dumm verstehen. dumm ist er nicht. und seine nichtdummheit ist nicht symptom. der autor hält sich für abartig. er ist es nicht. aber er hält sich dafür. das ist symptom. der autor hat phantasie. und manchmal nutzt er sie oder sie ihn, um ihn in ein schlechtes licht zu stellen. in eine gewohnheitsecke. in ein zuhause. der autor hasst sein zuhause. aber es ist eins: ein sicherer ort, eine überlebensmaßnahme. dort ist er anwesend als ich. seine phantasie bastelt ihm diesen beruhigungsschnuller. trotz allem ist seine phantasie auch zu anderen dingen fähig. sobald seine phantasie nicht im auftrag seiner wohnkultur arbeitet, kommt sie ohne seine ängste aus.  sobald sein denken ohne ihn ist, ist es auto-mobil und fern jeglicher selbstzweifel. der autor hat fähigkeiten, die er sich nicht zutraut, weil sie nur außerhalb seines selbstbildes wohnen. am rande der stadt. vor den toren. aber vor den toren ist die fläche groß. sehr groß. vor diesen toren können die fähigkeiten sich in weiten begeben, die das ich des autors nicht einsehen kann.

hört nicht auf den autor. hört auf seine fähigkeiten und talente. was der autor glaubt, meint zu wissen, das ist das erbe seiner biografie. für die zukunft soll sie keine rolle mehr spielen. sucht den autor nicht in seinen texten. schiebt seine krankheit nicht zwischen die zeilen. die texte sind keine pathologischen selbstgutachten.

nun begibt der autor sich zurück zur frage, wie er die nächsten wochen finanzieren soll. das macht ihn hilflos. aber ich höre ihn atmen.

und nun kommt ma bei ihn. knuddeln.

er liebt Euch!

wie ich Euch liebe!

 

 

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4 Antworten to “auskunft”

  1. Nicole said

    „Der Autor hat Fantasie“. Das ist eine gute Vorraussetzung für die kommenden paar Wochen.

    Einen Knuddler lass ich da, wenn weitere hilfe erforderlich, kann man da ja mal drüber reden. Nutz deine Fantasie

  2. Kein Geld ist schrecklich. Keine Phantasie wäre schrecklicher. Keine Angst wäre toll. Aber furchtlos sind meist leider nur die Dummen.

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