fragender körper?

Juni 2, 2012

welche fragen sind offen?

die gestellten? die ungestellten?

ist eine ungestellte frage eine frage?

ist sie vorhanden? bahnt sie sich an? ist sie nur noch nicht zur sprache gekommen? ist unbehagen eine voraussetzung zur frage? gibt es den fragenden körper vor dem fragenden frager?

gibt es dem körper notwendige fragen? und wer stellt sie? der frager oder der kontext, in den der frager mit seinem körper gestellt wird? wie wird er in den kontext gestellt? als frage? als antwort? als möglichkeit dessen, was gefragt werden kann, darf? welche frage wird im aufklärungsunterricht gestellt? die des fragers? die des körpers? wer entscheidet das?

II.

wer entscheidet das?

und wo bleibt die lust?

hat sie eine chance, außerhalb der körperfrage zu existieren?

sind wir uns in der lust nicht einig? einig darin, lust zu haben? lust stillen zu wollen?in lust zu ergehen? all ihre facetten erleben zu wollen? wollen?

aber wie können wir über lust sprechen? nur über den körper? brauchen wir den körper als dolmetscher? muss ich blowjob sagen, wenn ich meine, dass sich das schön anfühlt, der mund, die feuchte, die zunge, der atem, die wärme? muss ich immer nur über den körper sprechen? müssen wir das? müssen wir, um uns der gemeinsamen lust zu nähern, erst den körper verstehen? ihn als das verstehen, was er sein soll? ihn verstehen als das, was wir jeweils nicht mit ihm verbunden wissen wollen? wie vermitteln wir das? wie verstehen wir lust als etwas individuelles, innerhalb des gemeinsamen?

ist die lust, am körper, an den zehen, an den schenkeln, am hals, an den lippen, an der brust, am bauch, an den geschlechtsteilen, am anus, und überall sonst berührt und liebkost zu werden, nur über den körper vermittelbar? für einen mann kann es sich schön anfühlen, rektal zur prostata vordringen. das ist höchste lust. ein berauschendes gefühl. aber hat dieses gefühl für das empfinden wirklich etwas mit dem anus und der prostata zu tun? was ist mit dem berührtwerden, dem gemeinsamen erleben dieser lust? wie lässt sich das sagen?

III.

worum es eigentlich gehen könnte?

fixieren wir unsere lust nicht allzusehr auf bestimmte körperteile?

verstehen wir unsere körper während der lust nicht aber als ganzes?

ist es für die lust entscheidend, wie lang ein penis ist, wie groß die brüste sind, ob bauchspeck vorhanden ist, ob die inneren schamlippen zu groß sind? ist das wirklich entscheidend? ist die lust des sehens und gesehenwerdens nicht auch gerade dadurch betörend, anderes zu sehen? sollte nicht jeder körper, ganz unabhängig von der lust, die chance, nein, das recht haben, ernstgenommen zu werden? jeder für sich? und zwar niemals als abweichung einer norm? ist der „ideale“ körper nicht ein verbrechen? ein verbrechen an der menschheit?

ist es nicht schön? all die verschiedenen menschen, all die verschiedenen körper? all die verschiedenen identitäten? frau, mann, intersexuelle, transsexuelle, transgender? wer fragt nach dem geschlecht? der körper? wer sagt uns das geschlecht?

wer sagt uns unsere sexualität? wer sagt uns unsere lust? wer unsere liebe?

wer sagt uns, dass wir uns nicht längst schon viel näher sind, als menschen, wären wir nicht so auf den körper fixiert?

(dieser text ist leider nicht einwandfrei. er beinhaltet ungerechterweise nur die maskuline form. es sind natürlich beide, pardon, alle geschlechter gemeint. mir fehlt nur die passende form, alle zu meinen. auch dies will einfach nicht gelingen. gemeint ist der mensch.)

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