fragment/unbeantwortet

Dezember 14, 2011

er redet sehr hektisch.

seine sprache besitzt nicht die zerbrechlichkeit der alten, denen das atmen durch vielerlei umstände erschwerlich geworden sein mag. ihre lunge ist anfällig und mit schleim angereichert. oder eine gute lunge, die sich dem druck eines krummen rückens beugen muss, den rippen und dem gekniffenen bauch. oder bettlägerig, wenn das atmen zum kampf wird gegen die schwerkraft. der offene, trockenzerrissene mund.  war der körper einst heimat, so kann er zum lebensende zum gefängnis verkommen.

diese zerbrechlichkeit besitzt seine sprache nicht. er redet verständlich, kräftig sogar. für zwei, drei wörter. für die wesentlichen. so scheint es. luft für die wesentlichen. er spendet bereitwillig seinen atem für sie. pustet sie in den raum und lässt sie dort für einen moment verweilen. seine wörter sind tänzer und einigen gelingt der zauber  der schwerelosigkeit. eine magie, die dem zuschauer glauben macht, der tänzer könne fliegen. fliegen. so stark ist unsere sehnsucht danach.

die vielen wörter im beiwerk bleiben außerhalb der scheins. die luft wird gedimmt. an den lippen entlang hangelt sich das beiwerk, tanzt vernachlässigt als bewegungsmotiv in den lippen. wie ein corps, in das der choreograph nichts investierte.

diese zerbrechlichkeit ist es. eine zielsichere. ich weiß, was er mir sagen will. ich sehe die wörter vor meinen augen. sie auf meinem atem zu tragen, dafür mangelt es an kraft.  ich weiß, was er will. auch wenn ich vom tanzen nicht das geringste verstehe.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: