hildesreim

Mai 30, 2011

heute überlege ich mal nicht viel beim schreiben. tut mir leid. heute geht es um eindrücke, die mir hildesheim hinterließ. nun sitze ich in der küche der beiden wohn- und liebe teilenden nicole von horst und weiszklee . zwei unheimlich fabelhafte menschen. unheimlich heimlich heimlich

schlaf und kuscheln finden im himmelbett statt. sowieso ist das himmelbett ein eigenes reich. dort gibt es kaum verlassen. dort wird man nicht verlassen sein. es wird auch geredet, gegessen, getrunken, geinternettet und gemusiziert. menschen mit harndrang werden zu einer wurst aus bettdecken zusammenrollt, hübsch gelagert und hübsch belagert. vom schrank aus wird das treiben von einer toten vogelspinne bewertet. ein-person-jury. aber mit acht stimmarmen, die sich nicht immer ganz einig waren. draußen fuhren gespräche vorbei und autos gingen spazieren. ein wohlwohlfühlort.

ein merkwürdiger ort. hildesheim. großstadt mit kleinstadtflair. nein. nicht ganz. ich war schon überrascht, wie wenig einwohner hildesheim hat, nachdem die city mehr vermuten ließ. am wochenende fanden hier sehr poetische veranstaltungen statt: unvergesslich sind mir der galeria-kaufhof-ausgang „hinterm schilde“, die straßenschilderomnipräsenz des hl. klaus‘, das verkehrsschild „küsschen, …(doch vergessen)“, die straßenkreidewege mit penissen und hundehaufen. und zu guter letzt: ein akkuschrauber-rennen. eine veranstaltung mit sonderbus.

jetzt hätte ich beinahe aufgehört, ohne zu erwähnen, dass der eigentliche grund für den besuch hildesheims lautet: prosanova.

prosanova: ein festival mit leuten die schreiben für leute die schreiben und für leute die schreiben würden oder zumindest freunde haben beziehungsweise leute kennen die freunde haben die schreiben

es geht also um literatur. um einen menschen, der auf einem fahrradergometer sitzt und menschen, die an ihm vorbeilaufen, mit spontanreimen beschenkt. via megaphon. – es geht um eine wiese mit diskussionsfreudigem beikraut: das ist schlecht und das und das. du willst doch nur provieren. ach und blabla bin ich eh besser als wie du. ich versenke mich währenddessen in angenehme und heilsame telefongespräche mit der fabelhaften sophia mandelbaum  und überlasse dem beikraut seinen selbstständigen wuchs. am folgenden tag wird sophia zu meinen festival-highlights gehören. außerdem das geschlichene stehen neben daniela seel. letztlich aber war es ein festival, bei dem ich mich sehr fehl am platze fühlte, zwischen all den klugen und literarisch besonderen menschen.

so verließ ich das kasernenliteraturgelände mit sopor aeternus an den ohren und einem vertraut traurigen bauch.

nun ist es bald um zwei. in einer stunde fährt mein zug gen halle gen leipzig. und ich werde diese stadt vermissen. ihrer nahen menschen wegen, die ich sehr ins herz geschlossen habe. tränen zum abschied gibt es bereits jetzt: 13.50. keine serientränen. echte. lebt wohl ihr feinen seelen.

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