kauerwelsch

April 13, 2011

schreiben ist dein unglücklicher versuch, dir die angst vor der sprache zu nehmen.

sprache, jene schere im kopf, die auf die welt losgelassen wird, wie ein reißtriefender köter. uns aber bleibt nichts, als das nagelbett mit alten silbenlaken zu beziehen. wir ruhen und nennen es appetitlos ‚welt‘.

sie, die zähe mauer. einmal erbaut für eine unbedachte ewigkeit. wortziegel. sie bleibt mauer, wie sie brücke bleibt. die worte als vexierorte. gebetsmühlen zwischen uns. du schenkst mir einen namen. teilst ihn mit mir. ich kann nur mit meinen bildketten wedeln. einigen wir uns auf verständigung. lass uns durchatmen: phonetisch und allgemeinplötzlich sind wir verwandt.

dies ist kein versuch. dies ist ein scheitern.

dies ist.

wenn es worte sind, die dich nötigen, an deinen vater zu denken, weil du in jedem einzelnen seine stimme hörst. in jedem ausgesprochenen/unausgesprochenen/verschwiegenen. als seien es seine worte. wörter vielmehr. WÖRTER. ein zwei viele mehr.

wörter. sie machen dich hortkarg. raumkarg. zeitkarg. sind nackte welt. dort steht nichts, was es noch zu besprechen gilt.

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