da zukunft noch geschichte hat

Oktober 11, 2010

Dieser Text textet nicht

Er spricht nicht

Sagt nichts

Neues

Was wir wissen, ist!

Warum wollen wir diese Phobie?

Wir sehen unsere Werte in Gefahr?

Unsere Orientierungspunkte?

Unsere Fluchtpunkte?

Wollen wir sie absolut?

Strebten wir nicht mit Mühe zum einzig Wahren, Schönen, Guten oder befinden uns zumindest auf dem Weg dorthin?

Droht dies nun einzustürzen, zu zerbersten?

Sind unsere Werte Zeichen einer Hochkultur?

Worauf verweisen wir, wenn wir uns auf unsere Werte beziehen?

Warum wollen wir, dass andere Ethnien andere Gene besitzen? Wollen wir Rassen? Obwohl sich die UNESCO längst schon gegen die Existenz einer genetischen Differenz zwischen Kulturen aussprach? (1995)

Es gibt ‚Gegenbeweise‘?

Ja? Liegt alles erneut in der Mitte? Ist die Mitte ein Sog? Ein schwarzes Loch? Gefräßig?

Und warum liegt alles, was wahr sein soll, in der Mitte?

Und warum tobt es dort nicht, sondern liegt – liegt brach?

Was hat uns der Islam getan?

Was konkret? Hier? Jetzt?

Warum sperren wir ihn aus?

Was ist es, das uns nur die Seiten des Islam aufblitzen lässt, die wir verabscheuen?

Und ist es der Islam? Oder ist es deren Interpretation? Wessen Interpretation?

Die Interpretation der Moslems? Welcher?

Ist es unsere Interpretation? Wer uns? Wer wir?

Warum führen wir Ehrenmorde an? Warum führen wir die Unterdrückung der Frau an?

Genauer: Warum ausschließlich? Beinahe ausschließlich?

Warum führen wir Mitbürger an, indem wir sie vorführen?

Warum bei all dem, was zu Recht beklagbar ist, ja, zu Recht, sperren wir uns gegen die Möglichkeit, dass andere sich entwickeln? Und warum, auch diese Frage ist erlaubt, warum verlangen wir von ihnen Entwicklung, ohne uns selbst dazu zu bequemen?

Brauchen wir Geschichte, um die Übel des Islam zu begründen?

Brauchen wir eine andere Geschichte, um die Schönheitsfehler des Christentum auszublenden?

Brauchen wir das überhaupt, um unser Denken zu verstehen?

Ist ‚Aufklärung‘, das, was wir seit nunmehr zweihundertfünfzig Jahren-to-go zu tradieren versuchen, nicht  ein Prozess, eine Denkhaltung, die den Prozess nahezu erzwingt, eine permanente Bestätigung des Sich-im-Prozess-Befindens, ein Prozess, in den wir uns begeben haben, um nichts zu erreichen, abgesehen vom Wahren, Schönen, Guten, ergo: Nichts? (Ist die Reise vom ‚Dunkel ans Licht‘ nur ein Wochenendtrip? Ist das Billet lediglich ein One-Way-Ticket? Wieviel Sonne erträgt der Mensch?)

Geht es uns besser dadurch? Sind wir ent-wickelt? Oder sind wir (nur) im ständigen Wandel? Sind wir unsere Erfindung? Eine Erfindung, die wir mit anderen Erfindungen nicht teilen wollen, weil wir glauben, wir sind keine Erfindung, und die da sind Fehlent-wicklungen?  Sind Knäuel geblieben? Verknotet?

Sind wir es nicht, die sich verknotet verhalten? Sind wir es nicht, die die da verurteilen, unentwegt verdummern, vergaunern? „Aber die machen es doch auch!“, ist keine Begründung für unser Verhalten. Ist es Verhalten? Ist es Handeln? Sicher handeln einige gezielt, bewusst. Sicher treiben einige regen Handel mit unserer Meinung. Aber wir WIR verhalten uns bloß!

Wir nehmen keine Rücksicht! Wir verlangen es nur von denen!

Wir verlangen Integration, ohne zu wissen, was wir darunter verstehen. Wissen wir das? Wie weit ist etwas Integration, wo fängt sie an, wo endet sie? Ist Integration gleich Assimilation? Und ist vollständige Assimilation gleichzusetzen mit vollständiger Übernahme unserer Werte? Bis ins Herz hinein? Bis zur Gleichschaltung unserer Gesundheitswerte, unseres Cholesterinspiegels, unserer Fettleibigkeit? Ist dies das Wahre, Schöne, Gute? Wir denken ‚das ist ja absurd, was du da schreibst‘. Das denken wir. Aber: wie weit geht Integration? Ist Integration dort vollendet, wenn Toleranz im wahrsten Sinne des Wortes aufhört, wo etwas von uns nicht mehr verlangt, ertragen zu werden?

Wieviel Toleranz ist dem Menschen zumutbar?

Und warum muss nur ertragen oder unerträglich ertragen werden?

Gibt es niemals etwas zu teilen, mitzuteilen, auszutauschen?

Fühlen wir uns nur beengt, als wäre das Fremde ein zu enger Kragen, der robust genug ist, nicht zu platzen? Oder platzt er? Wieder und wieder? Weil er zu eng ist für unsere Gemütlichkeit? Weil er uns absichtlich beengt, um zu platzen? Wer platzt wen?

Fühlen wir uns niemals bereichert? Oder fühlen wir uns nur durch andere, aber nicht mit anderen bereichert?

Gibt es kein gemeinsames Leben? Kein und kein Gemeinsames?

Wir meinen, Antworten gäbe es genug?

Deshalb: Dieser Text textet nicht

Deshalb: Er spricht nicht

Deshalb: Sagt nichts

Deshalb: Neues

Allein die Fragen fehlen!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: